Bundestagswahlen
Dr. Hermann Scheer, MdB
Unser Kandidat für
den Bundestag
Bianca Jagger warnt und mahnt
Erderwärmung und Klimawandel sind längst nicht vorbei oder
eingedämmt, nein sie haben noch nicht einmal richtig angefangen. Daran
erinnerte in klaren Worten Alternativ-Nobelpreisträgerin und
Weltzukunftsrats-Vorsitzende Bianca Jagger. Sie war auf Einladung des
SPD-Manns Dr. Hermann Scheer am Freitagabend in die Fellbacher
Schwabenlandhalle gekommen.
"Wissenschaftler akzeptieren mittlerweile, dass die momentanen
Versprechen, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu
reduzieren, völlig unangemessen sind angesichts der Zuspitzung der
momentanen Situation", sagte Jagger. Bereits jetzt schon sterben laut
UN-Statistiken 300 000 Menschen Jahr für Jahr aufgrund der
Auswirkungen des Klimawandels. Und diese Zahl werde sich laut
Prognosen bis 2030 auf eine Million Opfer per anno erhöhen.
Insbesondere Gebiete in Afrika, Latein- und Süd-Amerika sowie in Asien
seien davon betroffen. Schmelzende Gletscher, steigender
Meeresspiegel, Überschwemmungen hier, Dürren und Wassermangel dort.
Darum Jaggers Appell: "Der Förderung Erneuerbarer Energien muss jetzt
globale und universelle Priorität eingeräumt werden."
Quelle: Winnender Zeitung vom 14.09.2009
"Bis uns der Laden um die Ohren
fliegt"
Nichts beschönigender Vortrag von "Mister DAX": Der
heitere Börsianer Dirk Müller entwirft ein düsteres
Bild der Finanzkrise
Waiblingen."Was passiert mit unserem Geld?" scheint
derzeit eine so drängende Frage, dass sich am heißesten Tag des
Jahres gut 150 Hörer überwiegend gesetzteren Alters ins
kleine Studio des Bürgerzentrums eingefunden hatten.Gekommen
waren sie vielleicht auch wegen Dirk Müller, den viele aus dem
Fernseher als "Mister DAX" kennen.
Und ausgerechnet den, einen wohl mit allen Fieberkurven des
"Frankfurter Parketts" intimst vertrauten Börsianer, hatte sich
der eher "linke" Waiblinger SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer
zu einer seiner Wahlkampfveranstaltungen zum Thema "Vorausschauen.
Brennpunkte der Zukunftsgestaltung" eingeladen.
Und das sollte man dann schon erlebt haben:
Sehen so eifernde Untergangspropheten des Kapitalismus aus?"Was auf
uns zukommt, wird noch richtig bedrohlich werden"Da gab also ein eher
noch junger Börsen-Dachs frei anderthalb Stunden lang seine
Einschätzung der aktuellen Finanz-Weltlage zum Besten und
lieferte – mit fein gestutztem Silberstreifen-Vollbärtchen,
in bestattungskompatiblem schwarzen Zwirn und, im Kontext des Abends
provozierend, mit liberal-gelber Krawatte – bestes
(Wirtschafts-)Entertainment ab.Aber von wegen Entwarnung! Gut gelaunt,
voll treffsicherer Anekdoten, bestens informiert, mit hohem
aufklärerischen Gehalt, dabei heiter und fröhlich, zeichnete
Dirk Müller ein düsteres Bild dessen, was uns mit der
internationalen Finanzkrise – so wie er es sieht: unweigerlich
– noch bevorsteht.
Und das ließ so manchen im gebannt lauschenden Publikum, je
länger, je mehr, doch mit fassungslos hängendem
Gesichtsausdruck zurück.Die Staatsschulden? "Das wird nie
zurückgezahlt werden"Und der eher unideologische Insider, der
sich nicht gerade als Anti-Kapitalist gerierte, schenkte, anders als
die meisten unserer Politiker vor der anstehenden Bundestagswahl, eher
schockartig reinen Wein ein: "Wir haben in Deutschland", sagte er,
"die Krise noch nicht richtig erlebt. Ich glaube, dass das, was auf
uns zukommt, noch richtig bedrohlich wird." Nebenschauplatz aber der
Betrug, zum Schrott bestimmte Abwrack-Autos weiterzuverscherbeln. Das
findet er "offen gesagt klasse: Da fahren die Autos dann in Afrika
weiter. Warum soll etwas zerstört werden, was
funktioniert?"Anders beim wirklich großen Thema, den Staatsschulden:
"Ein weltweites Phänomen und das ist vollkommen klar, das wird
nie zurückgezahlt werden." Schon jetzt mache der Zinsdienst den
zweitgrößten Posten des Bundeshaushaltes aus, womit der Rahmen
zur politischen Gestaltung immer enger werde. "Es wird nicht
funktionieren", so Müller, und er machte hinter dem Wahnsinn auch
ein interessiertes Kalkül der Global Players aus: "Es geht darum,
den Staat so weit wie möglich zurückzudrängen."
Dabei verwies er auf das Beispiel des Staatsbankrotts in
Kalifornien und kritisierte, was uns als Entwarnung in den vergangenen
Monaten als Bilanzen zugemutet wurde: "Das ist Bilanzromantik, die mit
dem Bilanzrecht nichts mehr zu tun hat."Dirk Müller erzählte
von einer "Level 3"-Schublade der Banken, "da parken die Sachen drin,
von denen sie selber sagen, das kann ich nicht bewerten". Und er
setzte noch einen drauf: "Es gibt Banken, die haben da das Dreifache
ihres Eigenkapitals drin!" War es vor noch nicht allzu langer Zeit das
Vorrecht der Staaten, Geld zu schöpfen, so ist das inzwischen
(stillschweigend schleichend) an die Banken übergegangen, "der
größte Teil des Geldes ist privat geschaffenes
Geld".Anschlussbeschäftigung von Politikern als legale
KorruptionDas widerspreche aber dem Gedanken eines kontrollierenden
"Vollgeldsystems", wonach "nur noch verliehen werden kann, was andere
eingezahlt haben" und keine (Geld-)"Schöpfung aus dem Nichts"
mehr um sich greife.
Aber Müller ist, was die selbstregulierende Vernunft der
europäischen (und amerikanischen) Finanzsysteme angeht, skeptisch
und sagte drastisch: "Wenn da nicht der Blitz in die Schüssel
schlägt, geht das weiter bis zur großen Katastrophe." "Wie kann
es sein", fragte er weiter, "dass es ein privates Institut gibt,
dessen Managementfehler die BRD an den Abgrund treiben?", wobei er
erweiternd auf das Verhältnis der Politiker zu den Lobbyisten zu
sprechen kam."Den etwa 350 000 Euro Gehalt einer Bundeskanzlerin, die
für 80 Millionen Menschen verantwortlich ist, stehen 40 Millionen
eines Ackermann gegenüber. Und da sollen die auf Augenhöhe
miteinander sprechen!" Die Politiker, so Müller, hätten oft
auch die Expertise nicht und wären in Abhängigkeit der
Lobbyisten geraten. "Das hat zugenommen."Für Hermann Scheer
gehört in diesen Zusammenhang auch eine Art legaler Korruption
der Sorte "Bezahlt wird später". Darunter versteht er die
hochdotierte "Anschlussbeschäftigung" von Politikern nach ihrer
Amtszeit bei großen Konzernen. "Wir sind in einer prekären
Situation, der wir uns stellen müssen und nichts verschweigen
dürfen – auch nicht vor einer Wahl."
Quelle: Winnender Zeitung vom 24.08.2009
"Die Sonne schickt keine Rechnung"
Fellbach. Hermann Scheer sei einer der wenigen Politiker, die
Zukunftsfragen angehen, sagte der bekannte Journalist und Buchautor
Franz Alt. Alt sprach im Wahlkampfauftakt von Hermann Scheer im
Fellbacher Rathaus zum Thema erneuerbare Energien.
Die Sonne, deklamierte Franz Alt vom ARD Magazin Report her
bekannter und geachteter Fernsehjournalist und Buchautor - sei quasi
das Heilmittel für die krankende Welt. Franz Alt war der Erste,
der auf Hermann Scheers alternativer Wahlkampf Vortragsreihe im großen
Saal des Fellbacher Rathauses sprach. Scheer will in seinem
Bundestagswahlkampf die "Brennpunkte der Zukunftsgestaltung" ins
Zentrum stellen. Und er will nicht selbst die Reden schwingen, sondern
"Persönlichkeiten mitten aus der Gesellschaft", die für
"politische Gestaltungsansätze stehen", die den seinen
"entsprechen", werden Vorträge halten.
Franz Alt sprach über erneuerbare Energien. Und
hauptsächlich über Solarenergie. Die Sonne nämlich
schicke ihre energiereichen Strahlen laut Aussage von Wissenschaftlern
noch 4,5 Milliarden Jahre zur Erde. Das bedeute also: Energie im
überfluss bis in die Unendlichkeit hinein. Während die
fossilen Energien noch höchstens 20 Jahre lang reichten. Die
Sonne sei auch kein Angriffsziel von Terroristen. Jedes Atomkraftwerk
dagegen schon. Und die Sonne schicke auch keine Rechnung.
"Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel", sagte
Franz Alt. Und nicht nur des Energieproblems. Würde die
Menschheit endlich die Energie der Sonne nutzen, wären auch das
Umweltproblem, das Arbeitsmarktproblem und das Problem mit den
weltweiten Kriegen gelöst. Denn alles hänge miteinander
zusammen.
Hitzetote im Sommer, Millionen von Klimaflüchtlingen
Die bislang zu erwartende Erderwärmung läge bei 0,8
Grad, sagte Franz Alt. Was nach wenig aussähe, habe heute schon
gravierende Folgen: Hitzetote im Sommer, Wirbelstürme, die
Städte wie New Orleans dem Erdboden gleichmachten, viele
Millionen von Klimaflüchtlingen. "Die ärmsten müssen es
als Erste ausbaden", sagte Alt. Und wenn die letzten ölreserven
im gleichen Zeitrahmen verbrannt werden, wie wir jetzt das öl
verbrennen, dann steige die Temperatur um insgesamt 8 Grad an. Die
Folgen für die Menschen, hier wie dort, nicht auszudenken. "Wir
werden alles zurückbekommen, was wir angerichtet haben."
Doch bekämen die Industrienationen das Problem mit der
Klimaerwärmung und der Energie in den Griff, könnten auch
die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt endlich
profitieren: Solare Energie steht in Afrika ohne Einschränkungen
zur Verfügung. Und wer Energie hat, kann zu Wohlstand kommen.
Auch uns, so Franz Alt, würde die solare Energie, die
Windenergie, die Wasserkraft Wohlstand bringen, beziehungsweise den
Wohlstand erhalten. Denn während im Bereich der
herkömmlichen Energien immer mehr Arbeitsplätze abgebaut
würden, sei die Branche rund um die erneuerbaren Energien eine
Wachstumsbranche mit immer mehr Arbeitsplätzen. Selbst die
größten Energieriesen, Shell, BP, schwenkten um, erklärte
Alt. Hin zur Windkraft, zum Kauf von Wäldern.
Nur die deutsche Wirtschaft, sagte Alt, verschlafe die Wende.
Das Ein-Liter-Auto von VW, vor Jahren gebaut und fahrtüchtig,
stehe im Automuseum. Die deutschen Dächer lägen bloß,
Bürgermeister sträubten sich gegen sichtbare Solarpaneele,
der Denkmalschutz verhindere die solare Aufrüstung, während
der Vatikan seine alten Gemäuer mit Solaranlagen pflastere und
sich energetisch unabhängig und umweltfreundlich mache.
"Würde man nur die Hälfte aller Altbauten dämmen",
sagte Alt, gäbe es 500 000 neue Arbeitsplätze. In Amerika
und in Japan bekäme jeder, der ein Elektroauto kaufe, viel Geld
vom Staat. Bei uns jedoch, ätzte er, herrsche
Wegwerfmentalität: Noch lang fahrtüchtige Wagen landeten auf
dem Schrottplatz, um mit einer "idiotischen Prämie" den gleichen
alten Schrott zu fördern. Das erste Hybridauto der Welt sei
erfunden worden von zwei deutschen Physikern, die 30 Jahre lang bei
der deutschen Wirtschaft hausieren gingen, um ihre Erfindung zu
verkaufen. Niemand habe Interesse gehabt. Dann gingen die zwei
Wissenschaftler zu den Japanern. Dort, sagte Alt, habe das
Verkaufsgespräch zwei Stunden gedauert. Nun heißt das erste
Hybridauto Toyota.
Aus den Abfällen aus Küchen und Ställen
könnte Strom entstehen
Unser Planet, sagte Alt, stecke voller Energie: Allein aus den
Abfällen aus Küchen und Ställen könnten 20 Prozent
des in Deutschland benötigten Stroms erzeugt werden. Doch wir
wollten neue Kohlekraftwerke bauen und die alten Atommeiler am Netz
lassen. Hermann Scheers politischer Ansatz sei richtig, sagte Alt. Und
er sei parteiübergreifend richtig. Scheer könnte viele
Stimmen bekommen, die nicht aus der SPD stammten. Von Grünen, von
Schwarzen. Und wenn nicht im Sinne Hermann Scheers umgedacht
würde, dann müssten unsere Enkel wieder leben wie die alten
Germanen.
Quelle: Winnender Zeitung vom 01.08.2009
Der Scheer - ein schlauer Fuchs
Hermann Scheer will keinen klassischen Wahlkampf machen. Er
will nicht vor sein ihm sowieso wohlgesonnenes Publikum stehen und
Lobpreisungen zugunsten seiner selbst und seiner brillanten Arbeit
hinaus donnern.
Hermann Scheer will lieber eine Vortragsreihe machen mit
Prominenten und Koryphäen, die zu Themen sprechen, die im Sinne
Scheers sind, und die auch ganz im Sinne Scheers sprechen. Klug
gedacht: Scheers Politik ist noch viel glaubwürdiger, vertreten
auch unabhängige Wissenschaftler und andere kluge Menschen seine
Thesen.
Der Erste war nun also Franz Alt. Franz Alt, der berühmte
Fernsehjournalist. Der Mann, der für Report steht und damit
scheinbar über jeden Vorwurf erhaben ist. Franz Alt sprach
über Solarenergie.
Franz Alt hielt eine donnernde Wahlkampfrede für Hermann
Scheer. Ein schlauer Fuchs, der Hermann Scheer. Er sitzt ganz
entspannt, kein Tröpfchen Schweiß auf seiner Stirn und lässt
die Arbeit von anderen machen.
Franz Alt hätte einen ganz neutralen Vortrag halten
können. über den Nutzen der Solarenergie. über das
große Glück, das die Erde hat, weil ihr die Sonne scheint. Und
dass die Menschheit dieses Glück nur richtig fassen muss.
Tat Franz Alt aber nicht. Franz Alt hielt eine Wahlkampfrede.
Schade.
Hermann Scheers Trick mit dem anderen Wahlkampf wäre noch
viel glaubwürdiger rübergekommen, hätte er einen
Vortragsredner gewählt, der kein ganz so großer
Hermann-Scheer-Fan ist.
Quelle: Winnender Zeitung vom 01.08.2009
Franz Alt's Meinung zum Thema sind auch in seinen Büchern
und den vielen Veröffentlichungen nachzulesen.
Der Deutsche Bundestag ist das Parlament der
Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Berlin. Er wird direkt durch
das Volk gewählt und ist im politischen System Deutschlands das
einzige Verfassungsorgan des Bundes mit unmittelbarer demokratischer
Legitimation.

Die Bundestagswahl dient der Bestimmung der Abgeordneten
des Deutschen Bundestages. Sie findet grundsätzlich alle vier
Jahre statt; die Legislaturperiode kann sich jedoch im Falle der
Auflösung des Bundestages verkürzen oder im
Verteidigungsfall verlängern. Das bei der Bundestagswahl zur
Anwendung kommende Wahlrecht enthält das Prinzip der
personalisierten Verhältniswahl und einige Besonderheiten wie die
„Fünf-Prozent-Hürde“ und die Existenz von
Überhangmandaten. Der Termin einer Bundestagswahl wird vom
Bundespräsidenten in Absprache mit der Bundesregierung und den
Bundesländern festgelegt. Näheres wird vom Bundeswahlgesetz
bestimmt.
Quelle: 
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